TAGUNGSORT
Der Tagungsort
Das Stift Hohenfurth ist das besterhaltene und historisch authentischste Kloster in Böhmen. Es wurde 1259 als Zisterzienserkloster mit 12 Mönchen aus dem Stift Wilhering gegründet und bildet seither das geistliche und kulturelle Zentrum Südböhmens. „Oberstmarschall“ Wok von Rosenberg soll es aus Dankbarkeit für seine Errettung aus den Fluten der Moldau errichten haben. Die ursprünglich hölzerne Stiftskirche Mariä Himmelfahrt wurde in den 1270-er Jahren in Stein errichtet und 1370 als dreischiffige Kirche vollendet. Beachtenswert ist, dass das Kernstück des Stifts, die quadratisch angelegte Kirche, niemals wie andere Klöster im Barockstil umgebaut wurde, sondern gotisch geblieben ist. In der Kirche sind auch mehrere Äbte und Mönche begraben.
Die Zisterzienser Abtei durchlebte im Laufe der Geschichte sehr wechselvolle Zeiten, wie z.B.: Verwüstungen während der Hussitenkriege, Plünderungen im Dreißigjährigen Krieg, starke Beschädigungen durch einen Brand Mitte 1690 und Einschränkungen sowie „beinahe Aufhebung“ durch Joseph II. in den 1780-er Jahren. 1790 wurden dem Zisterzienserkloster seine Privilegien wieder zuerkannt, wobei als Gegenleistung das Kloster verpflichtet wurde, vier bis fünf Professoren für die Philosophische Lehranstalt und später, bis 1921, an das deutsche Gymnasium in Budweis zu stellen. Ein schwerer Schock war die Besetzung des Sudetenlandes durch die Nationalsozialisten bis zum Ende des zweiten Weltkrieges. Das Zisterzienserkloster wurde 1941 aufgehoben, die wenigen Mönche vertrieben. Das Klostergebäude diente als Lager und später als Reserve-Lazarett für die Wehrmacht. Nach 1945 bemühte sich Abt Tecelin Jaksch um die Rückkehr des Konvents, was aber nur von kurzer Dauer war. Nach der Machtergreifung durch die Kommunisten im Februar 1948 wurde das Kloster am 4.Mai 1950 abermals aufgehoben. Die Klostergebäude standen leer und wurden dem Verfall preisgegeben.
Nach der politischen Wende im Jahre 1989 konnte das Kloster wiederbelebt werden; zwei Mönche kehrten nach Hohenfurth zurück. Restitutionen kirchlichen Eigentums durch den tschechischen Staat fanden und finden sehr schleppend und auch nur in Etappen statt wie z.B. im Jahr 1991 die Bibliothek, im Jahr 1994 das Zawisch-Kreuz und im Jahr 2017 erfolgte die Rückübertragung von 3600 Hektar Wald und 22 Hektar Teichflächen. Seit 2018 befindet sich das Zisterzienserkloster in einer „Wachstumsphase“, Ende 2020 erreichte der Konvent einen neuen Höchststand von zehn Mitgliedern, Pater Justin Berka wurde am 17. Mai 2019 zum Prior gewählt.